Tipp: Du kannst für alle Dateinamen und Verzeichnisse die automatische Vervollständigung mithilfe der Tab-Taste nutzen, sodass du nicht die kompletten Datei- oder Verzeichnisnamen manuell eintippen musst.

Wichtiger Hinweis: Diese Anleitung ist für Debian 9 (aktuellste Debian-Version) gedacht. Solltest du jedoch noch Debian 8 verwenden, so findest du die passende Anleitung für Debian 8 hier.

Diese Anleitung wurde am 10.03.2019 zuletzt überprüft und aktualisiert.

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  1. Falls du es noch nicht getan hast, lade das Programm "PuTTY" herunter.
  2. Verbinde dich mithilfe von PuTTY via SSH mit deinem Root- oder vServer. Hierfür öffnest du PuTTY und gibst im Textfeld "Host Name (or IP address)" die Domain oder IP-Adresse deines Servers ein. Klicke anschließend unten auf "OK".
  3. Aktualisiere nun deine Paketlisten mit dem Befehl apt update.
  4. Installiere jetzt möglicherweise verfügbare Updates der auf deinem Server bereits installieren Pakete mit dem Befehl apt upgrade -y.
  5. Als nächstes installierst du Pakete, die für die weiteren Installationen benötigt werden, mit folgendem Befehl: apt install ca-certificates apt-transport-https lsb-release curl nano unzip -y
  6. Füge mithilfe des Befehls wget -q https://packages.sury.org/php/apt.gpg -O- | apt-key add - den für die PHP-Paketquelle benötigen Key hinzu.
  7. Füge mit dem Befehl echo "deb https://packages.sury.org/php/ $(lsb_release -sc) main" | tee /etc/apt/sources.list.d/php.list nun die für die Installation von PHP 7.3 benötigte Paketquelle hinzu. Über die offiziellen Paketquellen ist PHP 7.3 noch nicht verfügbar.
  8. Aktualisiere nun erneut deine Paketlisten mit dem Befehl apt update.
  9. Installiere den Apache2-Webserver sowie weitere benötigte Pakete mit folgendem Befehl: apt install apache2 -y
  10. Installiere anschließend PHP 7.3 sowie einige wichtige PHP-Module. Der Befehl hierfür lautet: apt install php7.3 php7.3-cli php7.3-curl php7.3-gd php7.3-intl php7.3-json php7.3-mbstring php7.3-mysql php7.3-opcache php7.3-readline php7.3-xml php7.3-xsl php7.3-zip php7.3-bz2 libapache2-mod-php7.3 -y
  11. Als nächstes installierst du den MariaDB-Server und -Client (Ersatz für MySQL seit Debian 9) mit dem Befehl apt install mariadb-server mariadb-client -y.
  12. Gib nun den Befehl mysql_secure_installation ein, um die Konfiguration des MariaDB-Servers sicher abzuschließen. Bei der ersten Abfrage des aktuellen Passworts musst du nichts eingeben, sondern einfach die Enter-Taste drücken. Bestätige die nächste Frage bzgl. der Änderung des Root-Passworts mit Enter. Nun musst du ein Passwort für den Root-Benutzer des MariaDB-Servers vergeben. Während der Eingabe erscheinen keine Zeichen, das ist jedoch normal. Bestätige alle darauffolgenden Fragen (Löschung des anonymen Benutzers, Verbieten des externen Root-Logins aus Sicherheitsgründen, Entfernen der Testdatenbank und Aktualisieren der Rechte) ebenfalls mit Enter. Danach ist der MariaDB-Server fertig installiert und konfiguriert.
  13. Starte den Apache2-Server mit dem Befehl systemctl restart apache2 neu. Nun sind sowohl der Apache2-Webserver inkl. PHP 7.3 als auch der MariaDB-Server einsatzbereit. Das Web-Verzeichnis lautet standardmäßig "/var/www/html/".
  14. Da die phpMyAdmin-Version, die man über die Paketverwaltung unter Debian 9 installieren kann, relativ veraltet ist und PHP 7.3 nicht vollständig unterstützt, muss die Installation manuell durchgeführt werden. Besuche hierfür als erstes die phpMyAdmin-Website, klicke mit der rechten Maustaste auf den obersten Download-Button auf der rechten Seite und kopiere dir den Download-Link.
  15. Öffne nun wieder PuTTY und wechlse mit dem Befehl cd /usr/share in das Verzeichnis, in dem phpMyAdmin installiert wird.
  16. Um phpMyAdmin herunterzuladen, gib nun den Befehl "wget", gefolgt von einem Leerzeichen, ein und führe anschließend einen Rechtsklick im PuTTY-Fenster aus. Somit fügst du den Download-Link ein und der Befehl sollte beispielsweise so aussehen: wget https://files.phpmyadmin.net/phpMyAdmin/4.8.5/phpMyAdmin-4.8.5-all-languages.zip. Starte nun den Download mit der Enter-Taste.
  17. Entpacke das soeben heruntergeladene Archiv mit dem Befehl "unzip", gefolgt von einem Leerzeichen und dem Archivnamen. Der Befehl sollte beispielsweise so aussehen: unzip phpMyAdmin-4.8.5-all-languages.zip
  18. Entferne das heruntergeladene Archiv, welches nun bereits entpackt ist, mit dem Befehl "rm" und einem Leerzeichen sowie dem Archivnamen dahinter (z.B. rm phpMyAdmin-4.8.5-all-languages.zip).
  19. Anschließend musst du den Namen des entpackten Verzeichnisses zu "phpmyadmin" umbenennen. Das machst du mit folgendem Befehl: mv phpMyAdmin-4.8.5-all-languages phpmyadmin. Achte hierbei auch wieder darauf, den korrekten Archivnamen zu verwenden, da er aufgrund der Versionsnummern möglicherweise vom Beispiel dieser Anleitung abweicht.
  20. Vergib anschließend die benötigten Rechte auf das phpMyAdmin-Verzeichnis mithilfe des Befehls chmod -R 0755 phpmyadmin.
  21. Erstelle nun eine Apache2-Konfigurationsdatei für phpMyAdmin, indem du den Befehl nano /etc/apache2/conf-available/phpmyadmin.conf ausführst.
  22. Füge in diese Konfigurationsdatei nun folgenden Inhalt ein:
    # phpMyAdmin Apache configuration

    Alias /phpmyadmin /usr/share/phpmyadmin

    <Directory /usr/share/phpmyadmin>
        Options SymLinksIfOwnerMatch
        DirectoryIndex index.php
    </Directory>

    # Disallow web access to directories that don't need it
    <Directory /usr/share/phpmyadmin/templates>
        Require all denied
    </Directory>
    <Directory /usr/share/phpmyadmin/libraries>
        Require all denied
    </Directory>
    <Directory /usr/share/phpmyadmin/setup/lib>
        Require all denied
    </Directory>
  23. Speichere deine Änderungen der Konfiguration, indem du STRG + X, danach die "Y"-Taste und anschließend Enter drückst.
  24. Aktiviere die soeben hinzugefügte Apache2-Konfigurationsdatei mit dem Befehl a2enconf phpmyadmin und führe daraufhin den Befehl systemctl reload apache2 zum Neuladen des Apache2-Webservers aus.
  25. Hinweis: Du kannst dich aus Sicherheitsgründen mithilfe der normalen Passwort-Authentifizierung beim MariaDB-Server nicht mehr direkt als Root-Nutzer anmelden (z.B. über phpMyAdmin). Du kannst dies entweder dennoch ermöglichen (auf Produktivsystemen nicht empfohlen) oder alternativ auch einen weiteren Benutzer mit allen Rechten anlegen (empfohlen), sofern du diesen benötigst (beispielsweise für phpMyAdmin). Eine Erklärung zu diesen beiden Möglichkeiten findest du jeweils in den nächsten beiden Schritten.
  26. Variante 1 - Root-Login via Passwort-Authentifizierung ermöglichen (auf Produktivsystemen nicht empfohlen): Melde dich in PuTTY mithilfe des Befehls mysql -u root am MariaDB-Server an und führe daraufhin die Befehle UPDATE mysql.user SET plugin = 'mysql_native_password' WHERE user = 'root' AND plugin = 'unix_socket'; sowie FLUSH PRIVILEGES; aus. Hiermit änderst du das Authentifizierungsplugin des Root-Benutzers vom UNIX-Socket wieder auf die Standard-Authentifizierung. Beende die MariaDB-Konsole abschließend mit dem Befehl exit.
  27. Variante 2 - Zusätzlichen Benutzer mit allen Rechten anlegen (empfohlen): Melde dich in PuTTY mithilfe des Befehls mysql -u root am MariaDB-Server an und führe daraufhin die Befehle CREATE USER 'username'@'localhost' IDENTIFIED BY 'password'; sowie GRANT ALL PRIVILEGES ON *.* TO 'username'@'localhost' WITH GRANT OPTION; aus. Ersetze hierbei "username" und "password" durch deinen gewünschten Benutzernamen und ein Passwort. Beende die MariaDB-Konsole abschließend mit dem Befehl exit. Danach kannst du dich mit dem neu erstellten Benutzer am MariaDB-Server anmelden (z.B. über phpMyAdmin).
  28. Dein Apache2-Webserver inkl. PHP 7.3, MariaDB-Server und phpMyAdmin ist nun einsatzbereit. Die phpMyAdmin-Weboberfläche erreichst du, indem du hinter der IP-Adresse oder Domain deines Servers im Browser "/phpmyadmin" anhängst. Dort kannst du dich jetzt am MariaDB-Server anmelden - je nachdem, welche Variante du nach Schritt 25 gewählt hast, entweder mit dem Benutzer "root" oder mit deinem zusätzlich erstellten Benutzer.